Eiweiß Biologische Wertigkeit: Tabelle, Berechnung und Kombinationen | Eiweißpur.de

Die biologische Wertigkeit von Eiweiß gibt an, wie effizient dein Körper ein Nahrungsprotein in körpereigenes Protein umwandeln kann. Je höher die biologische Wertigkeit, desto besser kann dein Körper das Eiweiß für den Aufbau von Muskeln, Enzymen und Hormonen nutzen. In diesem Artikel erfährst du, wie die biologische Wertigkeit gemessen wird, welche Lebensmittel die höchsten Werte haben und wie du durch Kombination die Wertigkeit deiner Mahlzeiten steigern kannst.

Die biologische Wertigkeit (BW) beschreibt, wie viel Gramm körpereigenes Protein aus 100 g aufgenommenem Nahrungsprotein gebildet werden kann. Als Referenz dient das Vollei mit einer biologischen Wertigkeit von 100. Eine biologische Wertigkeit von 100 bedeutet nicht, dass 100 Prozent des Proteins genutzt werden. Es bedeutet, dass das Vollei als Bezugspunkt (Referenzwert) festgelegt wurde. Lebensmittel oder Kombinationen können auch Werte über 100 erreichen.

Die Berechnung basiert auf der Stickstoffbilanz des Körpers. In vereinfachter Form: BW = (aufgenommener Stickstoff minus ausgeschiedener Stickstoff) geteilt durch (aufgenommener Stickstoff minus Stickstoff aus dem Grundumsatz) multipliziert mit 100. In der Praxis wird die BW in kontrollierten Humanstudien ermittelt, bei denen Probanden eine definierte Proteinmenge aufnehmen und die Stickstoffausscheidung über Urin und Stuhl gemessen wird.

Eiweiß Biologische Wertigkeit: Tabelle der wichtigsten Lebensmittel

Die folgende Tabelle zeigt die biologische Wertigkeit der wichtigsten tierischen Proteinquellen. Tierische Proteine schneiden generell besser ab, weil ihr Aminosäureprofil dem des menschlichen Körpers ähnlicher ist.

Lebensmittel Biologische Wertigkeit Eiweiß pro 100 g
Whey Protein 104 80-90 g
Vollei (Referenz) 100 13 g
Rindfleisch 92 26 g
Kuhmilch 88 3,4 g
Thunfisch 83 26 g
Magerquark 81 13 g
Hähnchenbrust 80 31 g
Casein 77 85-90 g

Bei den pflanzlichen Proteinquellen liegen die Werte niedriger, mit Soja als deutlichem Spitzenreiter. Sojabohnen erreichen eine biologische Wertigkeit von 84 bis 86, Quinoa liegt bei 83, Kartoffeln bei 76 (trotz nur 2 g Protein pro 100 g), Kidneybohnen bei 72, Reis bei 66, Erbsen bei 65, Weizen bei 56 bis 59 und Mais bei 54. Die niedrigeren Werte pflanzlicher Proteine bedeuten nicht, dass sie schlecht sind. Sie zeigen lediglich, dass einzelne pflanzliche Quellen ein weniger optimales Aminosäureprofil haben. Durch geschickte Kombination lässt sich das ausgleichen.

Eiweiß Biologische Wertigkeit durch Kombination steigern

Durch geschickte Kombination verschiedener Proteinquellen lässt sich die biologische Wertigkeit deutlich über 100 steigern. Die Aminosäuren der einzelnen Quellen ergänzen sich gegenseitig. Das funktioniert, weil jede Proteinquelle eine limitierende Aminosäure hat. Bei Getreide fehlt Lysin, bei Hülsenfrüchten fehlt Methionin. Durch die Kombination liefert die eine Quelle genau die Aminosäure, die der anderen fehlt. So entsteht ein vollständigeres Aminosäureprofil.

Kombination Biologische Wertigkeit Verhältnis
Vollei + Kartoffel 136 35:65
Vollei + Soja 124 60:40
Vollei + Milch 122 71:29
Vollei + Weizen 118 68:32
Milch + Weizen 105 75:25
Bohnen + Mais 101 52:48
Reis + Bohnen 99-101 50:50

Die bekannteste Kombination ist Ei mit Kartoffel. Das Verhältnis 35 Prozent Ei-Eiweiß zu 65 Prozent Kartoffel-Eiweiß ergibt eine biologische Wertigkeit von 136, den höchsten gemessenen Wert einer Lebensmittelkombination. Ein klassisches Gericht wie Bratkartoffeln mit Spiegelei ist also nicht nur lecker, sondern auch ernährungsphysiologisch optimal.

Alternative Bewertungssysteme: PDCAAS und DIAAS

Die biologische Wertigkeit hat Grenzen. Sie wird in Humanstudien bestimmt, ist aufwendig und berücksichtigt nicht die Verdaulichkeit einzelner Aminosäuren. Deswegen wurden neuere Bewertungssysteme entwickelt. Der PDCAAS (Protein Digestibility Corrected Amino Acid Score) wurde 1991 von der WHO eingeführt. Er bewertet die Proteinqualität anhand der am stärksten limitierenden essenziellen Aminosäure und korrigiert diesen Wert um die Verdaulichkeit. Der Maximalwert ist auf 1,0 begrenzt.

Der DIAAS (Digestible Indispensable Amino Acid Score) ist das aktuellste Bewertungssystem (FAO, 2013). Er misst die Verdaulichkeit jeder einzelnen essenziellen Aminosäure am Ende des Dünndarms (ileale Verdaulichkeit). Der DIAAS kann Werte über 1,0 erreichen, was eine differenziertere Bewertung ermöglicht. Ein Vergleich: Vollei hat eine BW von 100, einen PDCAAS von 1,00 und einen DIAAS von 1,13. Kuhmilch liegt bei BW 88, PDCAAS 1,00 und DIAAS 1,14. Sojabohnen bei BW 84, PDCAAS 0,91 und DIAAS 0,90. Weizen bei BW 56, PDCAAS 0,42 und DIAAS 0,45.

FAQ: Eiweiß Biologische Wertigkeit

Welches Eiweiß hat die höchste biologische Wertigkeit? Unter den Einzellebensmitteln hat Whey Protein mit 104 die höchste biologische Wertigkeit, knapp vor dem Vollei (100). Die Kombination Vollei und Kartoffel erreicht mit 136 den höchsten gemessenen Wert.

Ist die biologische Wertigkeit bei pflanzlichem Eiweiß immer niedriger? Einzelne pflanzliche Quellen haben meist eine niedrigere biologische Wertigkeit als tierische. Soja bildet eine Ausnahme mit 84 bis 86. Durch Kombination (z. B. Reis und Bohnen) erreichen auch pflanzliche Quellen Werte über 100.

Wie kann ich die biologische Wertigkeit meiner Ernährung verbessern? Kombiniere verschiedene Proteinquellen: Eier mit Kartoffeln, Reis mit Bohnen, Brot mit Hülsenfrüchten. Du musst die Quellen nicht zwingend in derselben Mahlzeit kombinieren. Verschiedene Quellen über den Tag verteilt reichen aus, um ein vollständiges Aminosäureprofil zu erreichen.

Nährwertvergleich

Alle Proteinquellen im direkten Vergleich

Transparente Nährwertangaben pro 30-g-Portion — unabhängig laborgeprüft, chargenweise zertifiziert. So findest du das Protein, das zu deinem Ziel passt.

Nährwertangaben pro 30 g Portion — alle Werte durch unabhängige Laboranalyse bestätigt
Produkt Protein Kalorien Fett Zucker BCAA Löslichkeit
Bestseller Whey Isolat Cross-Flow-Mikrofiltration
27,2 g 112 kcal 0,3 g 0,5 g 6,2 g
Whey Konzentrat Klassisch & bewährt
24,0 g 121 kcal 1,8 g 1,2 g 5,5 g
Casein Micellar Langsame Freisetzung — ideal nachts
25,6 g 118 kcal 0,8 g 0,9 g 5,1 g
Vegan Erbsen-Reis-Protein Pflanzliches Komplettprotein
23,4 g 125 kcal 2,1 g 0,4 g 4,8 g
Mehrkomponenten-Protein Whey + Casein + Ei — zeitversetzt
25,0 g 119 kcal 1,2 g 0,8 g 5,4 g
Timing & Dosierung

Wann und wie du Protein einnimmst, entscheidet über das Ergebnis

Die meisten Sportler konzentrieren sich ausschließlich auf die Menge — dabei zeigt die aktuelle Studienlage, dass das Timing und die Verteilung über den Tag mindestens genauso entscheidend sind. Ein einzelner 50-g-Shake nach dem Training ist weniger effektiv als vier gleichmäßig verteilte Portionen von 25 g.

Das sogenannte anabole Fenster ist breiter als lange angenommen: Bis zu zwei Stunden nach dem Training reagiert dein Körper besonders sensibel auf zugeführtes Eiweiß. Doch auch die Mahlzeiten davor und danach spielen eine zentrale Rolle für die Muskelproteinsynthese.

  • 30 Min. vor dem Training — 20–25 g Whey Isolat für schnelle Aminosäureverfügbarkeit
  • Direkt nach dem Training — 25–30 g Whey mit schnellen Kohlenhydraten für maximale Synthese
  • Vor dem Schlafen — 30 g Casein für eine gleichmäßige Versorgung über 7–8 Stunden
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Athlet bereitet Protein-Shake nach dem Krafttraining vor
96% Bioverfügbarkeit bei optimalem Timing
48 Studien belegen den Timing-Effekt
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Häufig gestellte Fragen

Alles, was Sie über Proteinpulver wissen müssen

Von der optimalen Dosierung bis zur Wahl des richtigen Proteins — unsere Experten beantworten die wichtigsten Fragen rund um Eiweiß-Supplementierung und Muskelaufbau.

Für optimalen Muskelaufbau empfiehlt die aktuelle Studienlage 1,6 bis 2,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Bei einem Körpergewicht von 80 kg entspricht das 128 bis 176 Gramm Protein. Diese Menge sollte idealerweise über 3–5 Mahlzeiten verteilt werden, um die Muskelproteinsynthese konstant aufrechtzuerhalten. Ein hochwertiges Whey-Protein nach dem Training kann dabei helfen, das tägliche Ziel zuverlässig zu erreichen.

Jede Proteinquelle hat spezifische Vorteile: Whey Protein wird besonders schnell absorbiert und eignet sich ideal direkt nach dem Training — es liefert alle essenziellen Aminosäuren in hoher Konzentration, insbesondere Leucin. Casein wird langsam verdaut und sorgt über Stunden für eine konstante Aminosäureversorgung, perfekt als Abendprotein. Pflanzliches Protein (Erbse, Reis, Soja) ist die optimale Wahl bei Laktoseintoleranz oder veganer Ernährung. Durch gezielte Kombination mehrerer pflanzlicher Quellen erreichen Sie ein vollständiges Aminosäureprofil.

Das sogenannte „anabole Fenster" ist größer als früher angenommen — Studien zeigen, dass eine Proteinzufuhr innerhalb von 2 Stunden nach dem Training die Muskelproteinsynthese optimal unterstützt. Wichtiger als der exakte Zeitpunkt ist jedoch die gesamte Tagesproteinzufuhr. Ein Shake direkt nach dem Training ist praktisch und effektiv, aber kein Muss. Morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafen sind ebenfalls strategisch wertvolle Zeitpunkte, da der Körper über Nacht in eine katabole Phase geraten kann.

Bei gesunden Menschen gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass eine erhöhte Proteinzufuhr die Nieren schädigt. Mehrere Langzeitstudien mit Athleten, die dauerhaft über 2 g/kg Protein konsumieren, zeigen keine negativen Auswirkungen auf die Nierenfunktion. Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr — mindestens 2,5 Liter täglich bei hohem Proteinkonsum. Personen mit vorbestehenden Nierenerkrankungen sollten allerdings ihren Arzt konsultieren, bevor sie die Proteinzufuhr erhöhen.

Achten Sie auf diese fünf Qualitätsmerkmale: Proteingehalt pro Portion — mindestens 80 % des Gesamtgewichts sollte reines Protein sein. Aminosäureprofil — ein hoher Leucin-Anteil (mind. 2,5 g pro Portion) ist entscheidend für die Muskelproteinsynthese. Unabhängige Laboranalysen — seriöse Hersteller lassen jede Charge extern prüfen und veröffentlichen die Ergebnisse. Zutatenliste — je kürzer, desto besser. Vermeiden Sie Produkte mit langen Listen an Zusatzstoffen, künstlichen Süßungsmitteln oder Füllstoffen. Herkunft und Zertifizierung — europäische Produktion nach ISO-Standards garantiert höchste Qualität.

Absolut — Protein ist tatsächlich der wichtigste Makronährstoff während einer Diät. Eine hohe Proteinzufuhr schützt die Muskelmasse im Kaloriendefizit, erhöht den Energieverbrauch durch den thermischen Effekt der Nahrung (ca. 20–30 % der Kalorien werden bei der Verdauung verbraucht) und sorgt für eine langanhaltende Sättigung. Studien zeigen, dass Personen mit höherem Proteinkonsum während einer Diät deutlich mehr Fettmasse und weniger Muskelmasse verlieren. Ein Proteinshake als Zwischenmahlzeit kann Heißhunger effektiv vorbeugen.